Kunstraum Nestroyhof

Gerlinde Thuma

SERIE carboncorpus VI, 2016
Ikarus I, 2014
fade in, 2015

zeitgleiche räume

23. November 2017 bis 25. Jänner 2018

Eröffnung am 22. November 2017, 19 Uhr

Das „Kunstprojekt Serendipity“ veranstaltet heuer bereits zum achten Mal seine jährliche Ausstellung – davon zum zweiten Mal in seinem 2016 eröffneten Kunstraum Nestroyhof. Dieses Kunstförderungsprojekt zeigt vom 23. November 2017 bis zum 25. Jänner 2018 das Werk der Malerin und Environment-Künstlerin Gerlinde Thuma in seiner gesamten künstlerischen Entwicklung, mit Schwerpunkt auf den jüngsten Arbeiten.

Die 1962 in Wien geborene, seit vielen Jahren in Gablitz lebende Künstlerin hat an der Universität für angewandte Kunst Malerei und Animationsfilm bei Maria Lassnig studiert. Nicht zuletzt durch die Beschäftigung mit „bewegten Bildern“, bei denen es sich eigentlich um eine Abfolge von stehenden Einzelbildern handelt, ist das visuelle Darstellen von Zeit und das Miteinander-in-Beziehung-Bringen von Raum und Zeit auf der Malerleinwand ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeiten. 

Mittels Verdoppelung oder Wiederholung bietet die oft in Serien arbeitende Künstlerin ein Möglichkeitsspektrum, indem sie dasselbe Motiv unter verschiedenen Aspekten wiedergibt – vergleichbar mit zwei Kadern eines Animationsfilms, die an unterschiedlichen Stellen herausgeschnitten wurden. Die versetzte Aufzeichnung suggeriert Bewegung und Zeit.

Gerlinde Thumas Bilder – meist durch horizontale oder vertikale Linien in zwei einander entsprechende oder ergänzende Bildhälften getrennt – sind der gegenstandslosen Malerei zuzurechnen, verweisen aber meist auf die Landschaften, in denen die Bilder der weitgereisten Künstlerin entstanden sind. Die Natur ist für die Künstlerin nicht nur Inspirationsquelle, sondern wird oft zu einem technischen Bestandteil ihres Schaffens, wie zum Beispiel die Gezeiten der kroatischen Adria, die in der Bilderserie „Zeitraum zwischen Ebbe und Flut“ die mit Kohle beschichteten Leinwände umspülen, oder die Sonne Südafrikas, mit deren Hilfe Gerlinde Thuma Cyanotypien anfertigt.

In der Ausstellung wird auch eine adaptierte Outdoor-Installation der Künstlerin zu sehen sein, die in ihren Land-Art-Projekten und Environments auch oftmals politische Statements veranschaulicht.


SERIE pegel I,II,III 2010