Kunstraum Nestroyhof

EVA HRADIL

Eva Hradil, Zwei mit Linien, 2015
Zwei mit Linien, 2015
Eva Hradil, omage, 2014
omage, 2014
Eva Hradil, Abstand Nähe, 2011
Abstand Nähe, 2011
Eva Hradil, I, me and mine, 2015/2016
I, me and mine, 2015/2016

beziehungsweise

10. November 2016 bis 14. Jänner 2017

Der Kunstraum Nestroyhof zeigt in der siebenten Ausstellung des Kunstprojekts Serendipity Arbeiten der Malerin und Objektkünstlerin Eva Hradil.

Die in Wien und Orth an der Donau lebende Künstlerin verbindet und vernetzt auf ihren Bildern Schuhe, Sessel, Menschen und Buchstaben untereinander und miteinander, unter Verwendung selbsterzeugter Eitemperafarben, die ihren Bildern Vielschichtigkeit und zugleich Transparenz verleihen. Durch Linien und kühne Überschneidungen setzt sie alle und alles in Beziehung. „Mit diesen formalen Vernetzungen gebe ich Impulse für neue inhaltliche Konstellationen", erklärt die Künstlerin und nennt als eine der Triebfedern für ihre Arbeit die Neugierde am Agieren und Reagieren der in Beziehung gebrachten Bildelemente.

Dabei spielt nicht das Motiv, sondern vielmehr die Verfügbarkeit der Objekte eine Rolle – „Sessel sind in jedem Raum vorhanden“, so die Künstlerin, und Tanzschuhe sind im Umfeld der passionierten Tangotänzerin auch allgegenwärtig. In ihrer Malerei bildet Eva Hradil nicht die Realität ab, sondern verwendet Gegenstände, um sie so lange zu zerlegen und ineinander zu verschachteln und zu verweben, bis sie oft nicht mehr einzeln erkennbar sind und als rein abstrakte Formen erscheinen.

Auch werden in Hradils Bildern Gegenwart und Vergangenheit miteinander in Beziehung gebracht. Alte Fotografien und Rechnungsbelege, Briefmarken und Stoffreste werden auf ihren Collagen maltechnisch verbunden. So zieht sie Fäden zwischen damals und jetzt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Katalog zur Ausstellung EVA HRADIL beziehungsweise, erschienen im Verlag für Moderne Kunst, ist im Kunstraum Nestroyhof erhältlich.

 

>> zur Website von Eva Hradil

 

Kunstprojekt Serendipity

 

Das Kunstprojekt Serendipity, 2007 von dem Kunstliebhaber Georg Folian und der Kunsthistorikerin Christine Janicek ins Leben gerufen, hat zum Inhalt, KünstlerInnen auszustellen, deren Arbeiten in Fachkreisen schon lange Anerkennung genießen, einer breiteren Öffentlichkeit jedoch nicht genügend bekannt sind. Diese Einzelausstellungen finden einmal jährlich – ab 2016 im neu eröffneten Kunstraum Nestroyhof – statt.

Bei diesem Kunstprojekt handelt es sich um eine spezifische Form der privaten Kunstförderung, die eine Lücke im üblichen Förderungssystem, das hauptsächlich junge KünstlerInnen am Beginn ihrer Laufbahn unterstützt, schließt. Einmal im Jahr wird für eine/n nach obigen Kriterien ausgewählte/n Künstler/in eine Einzelausstellung veranstaltet. Dazu erscheint ein aufwändig gestalteter Katalog, der anhand von Essays und umfangreichem Bildmaterial die Entwicklung der Künstlerin bzw. des Künstlers dokumentiert.

Der Name des Projekts, „Serendipity“, wurde im 18. Jahrhundert von dem Schriftsteller Horace Walpole geprägt, in Anlehnung an ein altes persisches Märchen über den Prinzen von Serendip. Walpole bezeichnete damit die vom Schicksal gewährte Gunst, unerwartete Entdeckungen zu machen – eine Gunst, die jedoch nur jene erfahren, deren Geist und Sinne dafür offenstehen.

 

>> Zur Website des Kunstprojekts Serendipity

 

einundzwanzig Menschen
21 Menschen, 2014/2015

 >> Eröffnungsrede EVA HRADIL beziehungsweise von Maria Bußmann

 >> Fotos von der Eröffnung

 >> Ausstellungsvideo